Toms Tagebuch
Neuer Eintrag: 28. April 2010 - Thomas spricht über das enttäuschende Playoff-Aus und sagt den Fans "Danke"!
28. April 2010
Der Bart ist ab – damit ist eigentlich auch schon alles gesagt. Ich bin enttäuscht, dass wir schon in der ersten Runde ausgeschieden sind. So früh hätte ich mich ehrlich noch nicht rasieren müssen…
Was soll ich groß sagen? Ich habe mich im letzten Spiel körperlich ganz gut gefühlt und hatte auch gleich zu Beginn eine große Chance. Da habe ich Rask aber mitten auf die Brust getroffen. Wer weiß, wie die Partie ausgegangen wäre, wenn wir schnell in Führung gegangen wären?
Es hilft aber alles nichts, wir können noch wochenlang den vergebenen Chancen nachtrauern und es wird sich nichts ändern. Wir müssen uns selbst an der Nase nehmen. Unsere Leistung bei den Special Teams war einfach zu schlecht. Bei 19 oder 20 Powerplays keinen Treffer zu erzielen – so kann man in den Playoffs schlicht nichts gewinnen. In Unterzahl ist es auch bei weitem nicht so gelaufen, wie im Grunddurchgang.
Egal, wir haben jetzt schon unsere Spinde in der HSBC Arena für den Sommer geräumt. Erst im September geht es mit dem Trainingscamp für uns weiter. Bis dahin haben wir viel Zeit nachzudenken.
Für mich bedeutet das frühe Aus auch, dass ich meine Knöchelverletzung komplett ausheilen kann. Es ist schon extrem ärgerlich. Ausgerechnet so kurz nach meinem Comeback zum Ende des Grunddurchgangs gleich wieder eine Verletzung. Ich habe mich zu Playoff-Beginn eigentlich das erste Mal seit Saisonbeginn komplett fit und wohl gefühlt. Der Verletzungsteufel hat mich heuer ja auch nicht in Ruhe gelassen. Zuerst die Schulter, dann hatte ich noch eine Bauchverletzung, dann die Adduktoren und jetzt der Knöchel. Ich hoffe echt, dass ich nächste Saison endlich wieder einmal halbwegs ohne gröbere Verletzungen durchkomme.
Wie auch immer, ich möchte mich zum Schluss noch bei allen meinen Fans bedanken, die mich auch heuer wieder großartig unterstützt haben. Die nächste Saison startet im Herbst, dann werden wir wieder Gas geben und vielleicht klappt es ja nächstes Jahr endlich mit meinem großen Traum.
15. April 2010
Endlich wieder in den Playoffs! Die letzten beiden Jahre haben keinen Spaß gemacht, schon im April auf „Urlaub“ zu sein, das ist nichts für mich.
Sehr positiv stimmt mich auch meine derzeitige Form. Das Comeback gegen die Senators hätte nicht besser verlaufen können. Sieht fast so aus, als ob ich zum richtigen Zeitpunkt meinen Torriecher wieder gefunden hätte. In dieser Hinsicht war auch der eine Treffer gegen die New Jersey Devils sehr wichtig. Das war der letzte Beweis, den ich für mich selbst gebraucht habe. Der Sieg in Ottawa war für das Selbstvertrauen unser Teams sehr wichtig, weil wir zuvor dort ja schon sehr lange nichts mehr gewonnen hatten.
Die Niederlage in New Jersey hat schon etwas weh getan. Wir wären gerne Zweiter in der Conference geworden um uns so auf jeden Fall Heimrecht für die zweite Playoff-Runde zu sichern. Aber egal, ab jetzt muss man sowieso jeden Gegner schlagen, egal ob man an eins, drei oder acht gesetzt ist. Jeder hat jetzt die gleiche Chance und es ist nicht nur einmal passiert, dass der Außenseiter den Favoriten rausgeworfen hat.
Unser Gegner, die Boston Bruins, werden sicher ein harter Brocken. Von sechs Saisonspielen haben wir heuer vier gegen sie verloren. Es waren fast alle Partien eng und hart umkämpft. Aber das stimmt mich für die Playoffs positiv, denn wir werden auch als „Favorit“ die Bruins jetzt sicher nicht unterschätzen. Mitentscheidend wird auch die Leistung der Torhüter sein und da haben wir mit Ryan Miller gegenüber allen anderen Teams einen Vorteil.
Wichtig könnte für uns auch die bereits vorhandene Playoff-Erfahrung sein: Miller, Gaustad, Pominville, Roy – wir haben alle schon zwei Mal die Härte und Brutalität der Playoffs erlebt und wissen was auf uns zukommt. Dazu kommen noch Routiniers wie Rivet, Grier, Montador und Torres. All das stimmt mich zuversichtlich, dass unsere Playoff-Bärte heuer sehr lange wachsen werden…
Noch ein wichtiger Punkt: Geduld! Wir dürfen nicht gleich in den ersten 10 Minuten auf Teufel komm raus spielen, sondern auf unsere Chance warten, eiskalt zuschlagen und dann den Vorsprung über die Runden bringen. Wie auch immer es ausgeht, ich schätze, dass es ganz eng wird.
6. April 2010
Hallo aus Buffalo, heute nur ein kurzes Verletzungs-Update: Ich war jetzt schon zwei Mal am Eis und fühle mich schon recht wohl. In den nächsten Tagen wird das Eistraining intensiviert, dann wird man sehen, wie gut meine Verletzung tatsächlich ausgeheilt ist. Mein Ziel ist es aber, am Wochenende mindestens noch ein Spiel in die Beine zu bekommen, bevor es mit den Playoffs los geht.
31. März 2010
Zum Ende der Regular Season hat der Verletzungsteufel jetzt doch auch bei uns zugeschlagen. Bisher sind wir ja von schweren und langfristigen Verletzungen verschont geblieben, was wohl auch ein Grund für unseren guten Lauf in dieser Saison war. Gut, damit müssen wir jetzt leben. Neben mir fehlen ja auch noch Tim Connolly, Pat Kaleta und Raffi Torres. Zum Glück haben wir viele gute Junge, die aus dem Farmteam nachstoßen können.
Über den Grad meiner Verletzung und die Dauer darf ich euch leider nichts verraten, da muss ich um euer Verständnis bitten. So kurz vor den Playoffs möchte natürlich niemand seine „wunden Stellen“ verraten, deshalb muss ich mich – so wie alle anderen verletzten Spieler - vage halten. Ich habe eine Verletzung im unteren Körperbereich, fühle mich aber nicht schlecht. Ein paar Spiele Pause werden es wohl werden, aber für die Playoffs wird es sich schon ausgehen, dass ich wieder fit werde. Passiert ist das Ganze im Spiel gegen Tampa letzten Samstag im Mitteldrittel beim Forechecking.
So, und jetzt geht’s zurück zur Therapie – haltet uns weiter die Daumen, damit wir nach der Playoff-Quali auch noch den Sieg in unserer Division schaffen!
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1. März 2010
Endlich geht’s wieder los! Die Pause hat uns zwar allen gut getan, aber die Lust aufs Eishockey ist jetzt einfach wieder riesig groß. Das olympische Hockey-Turnier hatte es ganz schön in sich. Ich habe im Finale den Amerikanern die Daumen gedrückt, leider ist es „nur“ Silber geworden. Ryan Miller hat unglaublich gehalten, aber das ganze US-Team hat toll gespielt. Trotzdem sind die Kanadier absolut verdiente Olympiasieger.
Die ersten Tage unseres Olympia-Kurzurlaubs habe ich mit meiner Familie auf den Bahamas verbracht. Klein Blake hatte es dort glaube ich am besten, denn es war ein riesiger Wasserpark an unseren Club angeschlossen und da war er ganz in seinem Element.
Seit einigen Tagen sind wir jetzt wieder voll im Training. Ein Teil der Mannschaft ist uns wegen Olympia zwar ausgefallen, trotzdem war das Training sehr gut. Unsere Assistant Coaches haben sich immer etwas Neues einfallen lassen und jetzt sind wir schon richtig heiß auf die ersten beiden Spiele gegen Pittsburgh und Washington.
Wie gesagt, die Pause war für uns wichtig. Genauso wichtig wie der Sieg gegen San Jose im letzten Spiel. Da haben wir gesehen, dass es doch noch geht. Ich persönlich bin der Meinung, dass wir auch davor oft viel Pech hatten. Die Hälfte dieser Spiele hätten wir genauso gut gewinnen können. Nach dem Spiel gegen San Jose konnten wir auf jeden Fall ein bisschen mentalen Abstand vom Hockey gewinnen, dafür sind wir jetzt wieder umso heißer aufs Eis. Die Ziele für die letzten rund 20 Spiele sind klar: Unbedingt einen Playoff-Platz sichern und wenn es irgendwie geht auch den Division Titel holen. Heimvorteil in den Playoffs wäre sehr wichtig.
14. Jänner 2010
Hallo aus Atlanta! Wir stehen am Anfang unseres zweiwöchigen Auswärtstrips. Bei den Temperaturen in Buffalo ist es eigentlich ganz schön, im Süden und an der Westküste unterwegs zu sein. Im Vergleich zu den letzten Jahren wird es diesmal aber viel stressiger. 7 Spiele in 14 Tagen sind kein Zuckerschlecken. Normalerweise hatten wir auch immer Zeit, uns die eine oder andere Stadt ein wenig anzuschauen, das spielt’s heuer nicht.
Ich bin froh, dass ich jetzt wieder mit Derek Roy und Drew Stafford in einer Scoring-Linie zusammenspielen darf. Hoffentlich ergeben sich da für mich wieder mehr Chancen und hoffentlich geht der Puck dann auch endlich wieder rein. Die NHL hat im Vergleich zu den Vorjahren wieder an Intensität zugelegt, man bekommt noch weniger Chancen und die, die man bekommt, muss man einfach nutzen. Das ist mir bisher leider nicht so gelungen, wie ich es mir vorgestellt habe. Im Eishockey hängt viel mit Selbstvertrauen zusammen. Da reichen schon, zwei, drei gute Spiele und plötzlich läuft wieder alles wie von selbst.
Das Marathon Shootout gegen Colorado war ein unglaubliches Spiel. Ich habe noch nie in so einem langen Penaltyschießen mitgemacht. Schade, dass wir am Ende verloren haben, aber wir müssen auch mit dem einen Punkt zufrieden sein. Bei meinem Penalty wusste ich schon davor, dass ich schießen und keinen Haken versuchen werde. Der Avalanche-Goalie ist sehr tief gestanden, da war es fast unmöglich, ihn mit einem Haken zu überlisten.
Viele Leute haben mich in der Zwischenzeit natürlich auch gefragt, wieso es jetzt schon eine Biographie über mich gibt. Als mir das Konzept für das Buch (lasst euch überraschen, „Das Spiel meines Lebens“ ist alles andere als eine trockene Biographie) vorgelegt wurde, war ich sofort begeistert und habe sehr gerne mitgearbeitet. Mir war auch wichtig, dass es nicht nur ein Buch für Sportfans, sondern für alle möglichen Leserschichten werden sollte. Und das ist uns glaube ich auch gelungen!
24. Dezember 2009
Leider kann ich auch heute gegen die Capitals nicht auflaufen, aber ich hoffe, dass ich bis nach Weihnachten wieder so weit hergestellt bin, dass ich endlich wieder im Line-up stehe. Das Zuschauen nagt an mir, ich würde viel lieber am Eis stehen, als mir die Spiele von hier heroben anzuschauen. Mein einziger Trost ist, dass das Team in meiner Abwesenheit 3 von 4 möglichen Punkten geholt hat.
Wie auch immer, ich möchte euch allen auf diesem Weg frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr wünschen. Bei mir daheim steht der Baum schon seit ein paar Tagen, die Geschenke sind verpackt und ich bin schon gespannt, wie große Augen Blake heuer machen wird. Er kommt jetzt schön langsam in ein Alter, wo er Weihnachten bewusster wahr nimmt. Ich werde oft gefragt, ob wir auf amerikanische oder österreichische Art Weihnachten feiern. Wir haben uns für einen Kompromiss entschieden. Am 24. gibt es ein ausgiebiges Abendessen und danach wird ein Teil der Geschenke verteilt. Den Rest gibt es dann am 25. in der Früh.
Apropos Geschenke: Ich habe in einem meiner letzten Blogs etwas von einer Überraschung erwähnt, die ich noch nicht verraten könnte. Nun, noch ist es nicht ganz so weit, aber ich kann jetzt wenigstens verraten, dass es am 1. Jänner hier auf der Website eine große Ankündigung geben wird, die verrät, um welches Geheimnis es sich handelt. Bis dahin viel Spaß beim Rätseln, schöne Feiertage und viel Spaß!
21. Dezember 2009
Leider werde ich auch das Spiel gegen Toronto versäumen. Die Verletzung ist noch nicht so weit abgeklungen, dass ich wieder Vollgas geben könnte. Ich habe im Spiel gegen die Rangers einen Schuss von Tyler Myers genau auf den Körper bekommen und jetzt einen innenliegenden Bluterguss. Vor allem am Anfang hat das bei jedem Anspannen der Bauchmuskeln höllisch weh getan. Ich habe dann drei Spiele trotz der Schmerzen absolviert, aber irgendwann war einfach Schluss. Heute bin ich schon wieder etwas länger am Eis gestanden, aber fürs Spiel geht sich’s leider noch nicht aus. Schauen wir mal, wie es in den nächsten Tagen weitergeht.
Oberste Priorität hat für mich im Moment natürlich die Reha. Wir arbeiten da viel mit Eis und Strom. Trotz der Verletzung bin ich mit dem Team unterwegs und drücke meinen Kollegen vor Ort die Daumen.
4. Dezember 2009
Back again! Unsere Niederlagenserie ist glücklicherweise schon wieder Vergangenheit und derzeit läuft es bei uns einfach bestens. Ich fühle mich in meiner neuen Linie mit Tim Kennedy und Mike Grier sehr wohl. Wir haben sofort eine gute Chemie entwickelt und die Resultate sprechen ja für sich. Ich bekomme jetzt mehr die Scheibe, habe sie auch länger und wir drei ergänzen uns sehr gut. Natürlich hat es mir auch Freude gemacht, dass Lindy Ruff gemeint hat, wir wären keine dritte, sondern eine Toplinie. Das gibt auf jeden Fall Selbstvertrauen.
Über Mike und Tim kann ich nur das Beste sagen. Mike ist sicher einer der am härtesten arbeitenden Spieler, die ich kenne. Er sorgt dafür, dass wir viel Platz bekommen. Und Tim… Er ist einfach trotz seiner Größe und Jugend jetzt schon ein unglaublich guter Spielmacher. Es macht Spaß mit den beiden und die Stimmung im Team ist derzeit sowieso blendend.
17. November 2009
Hi Leute, sorry, dass ich solange nichts mehr von mir hören ließ, aber im letzten Monat hatte ich einfach zu viel zu tun. Zuerst die Verletzung, dann… Nein, das kann ich noch nicht verraten. Aber ihr werdet es schon bald sehen.
Was ich jetzt schon verraten kann ist, dass ich stolzer Besitzer eines „AAA“-Jugendteams in Minneapolis geworden bin. Daran habe ich seit dem Sommer mit meinem Freund Bernd Brückler gearbeitet und jetzt ist es soweit, dass die „ITR26ers“ endlich aus der Taufe gehoben werden konnten.
Hier geht's zur Website meiner ITR26ers!
Wir möchten damit Kindern von 7 bis 18 außerhalb der Schul-Hockeyzeiten – also ca. von April bis September - eine Möglichkeit bieten, mit erstklassigen Trainern ihr Hockey weiter zu verbessern. Ich selbst werde in den Sommermonaten ebenfalls ein paar Tage pro Woche in den Camps vorbeischauen und mit den verschiedenen Altersstufen trainieren. Wieso nur außerhalb der Schulzeiten? In den USA ist es so, dass ein Kind nur in jenem „Bezirk“ Eishockey spielen darf, in dem es auch lebt. Auf z.B. Wien umgelegt, würde das bedeuten, dass ein Kind aus Floridsdorf auch nur bei einem Verein oder einer Schule in Floridsdorf spielen dürfte. Sobald die Hockeyzeit an den Schulen vorbei ist, also ca. gegen Ende März, haben die Kids „freie Klubwahl“ – und da haken wir dann ein.
Unser Ziel ist es, mit den Kindern in der Mariucci-Arena der Golden Gophers zu trainieren. Auf jeden Fall aber in Minneapolis. In den ersten Jahren wollen wir möglichst viele Kinder zu uns holen, in ein paar Jahren wollen wir dann so gut sein, dass wir einige große AAA-Turniere auch gewinnen. Das ist wichtig für die Entwicklung der Kinder, denn bei diesen Turnieren sind auch immer jede Menge Scouts aus der USHL und vom College dabei.
Mir selbst geht es im Moment eigentlich sehr gut. Klar, ich bin mit meinem Spiel noch nicht ganz zufrieden, ein paar Tore mehr hätten es schon sein können. Aber solange das Team gewinnt, ist es noch keine Tragödie. Abgesehen vom letzten Jahr war ich ja immer eher ein „Spätstarter“. Und Chancen hatte ich heuer auch schon genug, es geht halt noch nicht alles rein. Inzwischen habe ich aber die Routine, dass ich mich davon nicht mehr beeindrucken lasse. Ich arbeite im Training hart weiter und weiß, dass irgendwann wieder Knoten platzen wird.
16. Oktober 2009
Ich werde heute gegen die Islanders passen. Es geht mir zwar von Tag zu Tag besser, aber das Team und ich wollen nichts riskieren. Schauen wir mal, wie es morgen für das Spiel gegen Atlanta aussieht. Ansonsten bin ich auf jeden Fall am Mittwoch in Florida wieder mit dabei.
Und bei allem Respekt vor den Islanders: In unserer derzeitigen Verfassung müssen wir auch ohne mich stark genug sein, sie in unserer eigenen Halle zu schlagen.
Das Team ist nach unserem tollen Start jedenfalls gut drauf, jeder hält sich an unser neues Spielsystem. Da werden wir hoffentlich auch gegen die Islanders und dann gleich gegen die Thrashers nicht nachlassen. Wir wissen, was am Spiel steht. Letzte Saison haben wir ja gerade gegen diese sogenannten schwächeren Teams die entscheidenden Punkte liegen gelassen. Wir können es uns gegen kein Team leisten, eine schwache Phase zu haben.
14. Oktober 2009
Noch ein kurzes Update nachdem ich eine Nacht über die Verletzung schlafen konnte. Es ist alles halb so schlimm, auch wenn ich heute nicht am Eis trainieren konnte. Wie Coach Ruff heute auf seiner Pressekonferenz sagte, werde ich aber nicht wie befürchtet ein paar Wochen ausfallen. Ich bin jedenfalls guter Dinge, dass ich bald wieder dabei bin. Ich möchte auf jeden Fall so wenig Zeit wie möglich verlieren.
14. Oktober 2009
Im Moment scheint es der Verletzungsteufel wirklich auf mich abgesehen zu haben. Nach dem Kieferbruch gegen Ottawa jetzt schon wieder eine Verletzung... Da muss ich durch, es werden auch wieder bessere Zeiten kommen.
Die Verletzung passierte schon vor meinem zweiten Tor. Ich hatte davor eine Kollission mit Brad May. Ich wollte ihn checken und da passierte es. Nach dem Wechsel habe ich schon gespürt, dass etwas nicht in Ordnung ist. Trotzdem wollte ich durchbeißen. Nach dem Tor ist es dann einfach nicht mehr gegangen. Jetzt wird das Ganze einmal untersucht und dann werden wir sehen, wie es weitergeht.
8. Oktober 2009
Gott sei Dank geht es jetzt wieder weiter. Fünf Tage Pause zwischen zwei Spielen sind mühsam. Ich war jetzt schon ein wenig frustriert. Mit meinem ersten Spiel war ich überhaupt nicht zufrieden. Ich weiß, dass ich besser spielen kann. Gegen Phoenix läuft es mit Sicherheit schon besser.
Der eine Punkt gegen die Canadiens im ersten Spiel war ok, auch wenn für uns mehr drinnen gewesen wäre. Aber wenn man zwei solche Tore wie wir bekommt… Vor allem beim ersten haben die Referees alle Augen zugedrückt. Das war für mich ein klares Foul an Miller. Aber gut, was soll’s? Tief durchatmen und hart weiterarbeiten ist jetzt unser Motto.
Die lange Pause zwischen Spiel eins und zwei hat dazu geführt, dass wir praktisch wieder im Trainigscamp-Modus waren. Die Einheiten waren härter und länger als normalerweise während der Saison.
Ich bin ja nicht nur Profisportler, sondern auch Fan. Wenigstens da habe ich diese Woche jubeln dürfen – sogar gleich zwei Mal. Meine zweite Heimat ist ja Minnesota und da haben zuerst Brett Favre und die Vikings im Monday Night Game der NFL die Green Bay Packers geputzt und einen Tag später haben die Twins in einem unglaublichen Spiel den Einzug in die Baseball-Playoffs geschafft. Da war in Minnesota gleich zwei Mal hintereinander Party angesagt.
Egal, mit dem Spiel gegen die Coyotes geht die Saison für uns jetzt richtig los. Ab sofort gibt es bis zur Olympia-Pause kein Durchschnaufen mehr, der Spielkalender ist brutal. Aber so mag ich es.
23. September 2009
Unsere letzten beiden Testspiele gegen Detroit und Washington konnten wir gewinnen. Beide Male nach hartem Kampf, aber genau hier wollten wir uns dieses Jahr ja verbessern. Bei mir persönlich läuft es von Spiel zu Spiel besser. Ein bisschen steckt mir noch das Sommer-Hockey in den Knochen, aber bis zum ersten Saisonspiel wird das auch schon passen.
Man merkt schön langsam, dass der Saisonbeginn immer näher rückt. Die Medien hier Buffalo konzentrieren sich immer mehr auf Hockey und auch die Interviewanfragen aus Österreich werden immer mehr. Beim ersten Saisonspiel gegen Montreal werden wohl nicht nur meine Eltern live dabei sein, sondern auch wieder jede Menge heimischer Journalisten. Ich finde das gut, das zeigt den Stellenwert, den Eishockey mittlerweile in Österreich hat.
Im Trainingscamp gilt die meiste Aufmerksamkeit der Medienvertreter unserem „Riesenbaby“ Tyler Myers. Und ich muss sagen, dass mir der Bursche taugt. Klar, für seine Größe muss er körperlich noch einiges zulegen. Auf Chara fehlen ihm wahrscheinlich noch 50 Kilo, aber das kommt schon noch mit den Jahren. Sein Spielverständnis am Eis ist jetzt schon großartig. Mit seiner enormen Reichweite kann er gegnerische Angreifer gut stören und so richtig am Nerv gehen.
Ich freue mich richtig, dass Mike Grier wieder bei uns ist. Mike war in meiner Rookie-Saison extrem wichtig für mich und sein positiver Einfluss in der Kabine tut unseren Rookies jetzt schon gut. Es ist bewundernswert, mit welcher Energie Mike am Eis arbeitet. Und wenn es sein muss, findet er in der Kabine auch immer die richtigen Worte. Er ist eine tolle Verstärkung für uns.
Ein paar Worte noch zum „A“ auf meinem Dress. Ich würde das jetzt nicht überbewerten, dass ich gegen die Capitals und Red Wings Assistant Captain war. Letztes Jahr durfte ich in einem Preseason-Spiel auch schon das „A“ tragen. Natürlich ist es eine große Ehre, aber es ändert nichts daran, dass sich jeder Spieler wie ein Kapitän am Eis fühlen sollte und immer Vollgas gibt. Derzeit sieht es so aus, als hätten wir aus der letzten Saison unsere Lektion gelernt…
16. September 2009
Endlich geht der Sommer zu Ende. Die lange Zeit ohne Eishockey war hart. Seit letztem Wochenende sind wir im Trainingscamp, ich war aber schon Ende August wieder in Buffalo und habe mit einigen Teamkollegen in unserer Trainingshalle gespielt. Die Spannung ist jetzt fast schon greifbar. Jeder ist heiß auf die ersten Testspiele. Ich werde gleich im ersten Spiel gegen die Washington Capitals im Einsatz sein. Das freut mich. Je eher man einen Rhythmus bekommt, desto besser! Wie es weitergeht kann ich noch nicht sagen, da wir die Aufstellung immer erst einen Tag vor dem Spiel erfahren.
Das Einleben in Buffalo nach der langen Off-Season in Minnesota ist meiner Familie und mir nicht sonderlich schwer gefallen. Wir verbringen nun doch schon einige Jahre den Hauptteil unserer Zeit hier. Eine neue Erfahrung waren zum Teil aber die ersten Tage im Trainingscamp. In den letzten Jahren hat zu Beginn oft der Spaß überwogen, heuer ging es von Beginn weg ordentlich zur Sache. Dafür gibt es einige Gründe: Nach zwei verpassten Playoffs in Folge sind heuer alle viel konzentrierter. Die Jungen aus Portland geben ordentlich Gas und wollen einen Platz im Line-up für das erste Saisonspiel erkämpfen. Und dann sind da noch die Free Agents, die Buffalo im Sommer geholt hat. Das sind alles harte Spieler, die keinen Rückzieher machen.
Besonders freut mich, dass Mike Grier wieder bei uns spielt. Mike war in meinem ersten Jahr in Buffalo eine meiner wichtigsten Bezugspersonen in der Kabine. Er hat uns Junge immer mit Tipps versorgt und am Eis vorgezeigt, wie man sich in der NHL verhalten muss. Auch Steve Montador wird uns heuer viel weiterhelfen können. Er spielt hart, hat einen guten Schuss und strahlt viel Ruhe aus.
Um richtig in Schwung zu kommen, haben wir in den letzten Tagen ein teaminternes Turnier gespielt. Die mehr als 50 Spieler wurden in drei Teams eingteilt, dann spielte jedes Team gegen jeden. Das punkteschlechteste Team musste am Mittwoch eine harte Trainingseinheit machen, während sich die beiden anderen Teams den Sieg ausspielten. Ich war u. a. mit Tim Connolly, Pat Kaleta, Nathan Gerbe, Danny Paille, Craig Rivet und Paul Gaustad in einer Mannschaft. Leider haben wir das Finale gegen das Team von Ryan Miller (u.a. mit Matt Ellis, Jason Pominville, Hank Tallinder und Toni Lydman) 1:3 verloren. Da ging es schon ganz ordentlich zur Sache. Und ganz ehrlich: Ich bin froh, dass Kaleta in meinem Team spielt und ich nicht gegen ihn spielen musste…
Eines meiner Ziele für das Trainingscamp war, dass ich körperbetonter spiele. Natürlich werde ich nie einer sein, der quer über das Eis jagt, um einen Check zu landen. Aber ich arbeite daran, meine Checks im Forecheck zu Ende zu fahren und ich glaube, dass mir das jetzt schon ganz gut gelungen ist. Über den Sommer ist das schwer zu trainieren, da man seine Trainingspartner ja nicht verletzen will. Bei den Scrimmages jetzt geht es schon besser, weil das Tempo und die Intensität einfach schon höher sind.
Coach Lindy Ruff hat mir gesagt, dass er mir heuer mehr Eiszeit geben will, von mir aber dafür auch Elite-Vorstellungen sehen will. Ich nehme das gerne an und bin überzeugt, dass ich mich über den Sommer so verbessert habe, dass ich das Vertrauen auch rechtfertigen kann.
Zum Abschluss noch eine Sache: Es ist ein super Gefühl, endlich wieder mit einem normalen Helm spielen zu können. Ich fühle mich fast wie ein anderer Spieler. Endlich sehe ich die Scheibe wieder richtig und kann sie ordentlich führen. Das ist wie Tag und Nacht im Vergleich zur vorigen Saison. Schön, dass ich das endlich weghabe!
5. Mai 2009
Das war jetzt die zweite schwere sportliche Enttäuschung des Jahres für mich. Und genauso wie das Verpassen der Playoffs mit den Sabres wäre auch der Abstieg bei der WM vermeidbar gewesen.
Ich stehe dazu: Ich finde es blöd, dass Deutschland als Veranstalter der WM 2010 in der Relegationsrunde nicht absteigen konnte. Auf sportlichem Weg hätten wir mit den beiden Siegen gegen Ungarn und Deutschland ja den Klassenerhalt geschafft. Nach unseren Blackouts gegen die Dänen müssen wir jetzt aber in den sauren Apfel beißen und nächstes Jahr bei der B-WM antreten.
Für die Niederlage gegen Dänemark habe ich ehrlich gestanden keine Erklärung. Die schnelle Zweitore-Führung hätte uns eigentlich Sicherheit geben müssen, aber wir sind dann nur mehr hinten drinnen gestanden und haben den Dänen das Spiel überlassen. Die paar Chancen die wir hatten, haben wir nicht verwertet und dann ist das Spiel plötzlich gekippt. Im Eishockey ist das Momentum eben sehr wichtig – und das haben wir den Dänen durch unsere passive Spielweise praktisch geschenkt.
Ich bin sehr enttäuscht und brauche jetzt einmal etwas Abstand. Bei meiner Familie in den USA werde ich mich jetzt erholen und meine Kieferverletzung ausheilen. Ein paar Wochen ganz ohne Eishockey und danach geht dann wieder die Vorbereitung auf die nächste Saison los. Das heurige Jahr möchte ich am liebsten nur mehr vergessen.
2. Mai 2009
Dieser Sieg gegen die Ungarn war extrem wichtig. Vor allem für unser Selbstvertrauen. Natürlich waren die Ungarn bisher unser schwächster Gegner, aber wir haben das auch sehr gut ausgenützt und waren den Ungarn in allen Belangen überlegen. Diese drei Punkte waren aber nur der erste Schritt in Richtung Klassenerhalt. Die nächsten beiden Spiele werden sicher um einiges härter. Vor allem auf das Spiel gegen Deutschland bin ich gespannt. Gegen unsere Lieblingsnachbarn sind die Duelle immer etwas Besonderes, egal ob im Fußball oder im Eishockey.
Was mich persönlich gefreut hat war, dass unsere Linie diesmal so groß aufgespielt hat. Tommy Koch mit dem Hattrick, Oliver Setzinger mit dem wunderschönen Powerplaytor – das hat schon Spaß gemacht. Natürlich bin ich auch etwas erleichtert, dass ich selbst endlich getroffen habe. Fast wichtiger waren aber die beiden Assists, denn mit diesen beiden Toren haben wir die Partie vorentschieden und den Ungarn den letzten Willen genommen. Jetzt passt die Stimmung im Team wieder, alle sind zuversichtlich, dass wir den Klassenerhalt schaffen.
Wieso es diesmal auf einmal so gut gelaufen ist? Wie gesagt, die Ungarn sind sicher eine Klasse schwächer als z.B. Lettland. Wir hatten mehr Platz und Zeit und sind auch in Unterzahl nie groß unter Druck gekommen. Da spielt es sich einfach leichter.
Am Samstag werden wir versuchen noch einmal die Batterien aufzuladen, ein bisschen zu regenerieren, ehe es Sonntag und Montag dann um alles geht. Drückt uns die Daumen, wir werden bis zum Umfallen kämpfen!
27. April 2009
Meine Stimmung nach dem 1:6 gegen die Amerikaner könnte besser sein. Ich bin persönlich enttäuscht. 40 Minuten haben wir so gespielt, wie ich es mir vorgestellt habe. Da waren die Amerikaner echt frustriert. Im Schlussdrittel hatten wir dann viele Chancen und den Amerikanern das Leben trotzdem leicht gemacht. Wir haben einfach zu viele Strafen genommen, das müssen wir endlich abstellen.
Gegen Lettland wird es jetzt schwierig, die Balten sind da sicher auch Favorit. Immerhin spielen sie glaube ich schon seit 10 Jahren in der A-Gruppe. Wir müssen am Mittwoch einfach 60 Minuten so spielen, wie heute die ersten 40. Wir dürfen den Kopf jetzt nicht hängen lassen, müssen positiv bleiben und morgen ein gutes Training abliefern.
Andi Nödl wird uns da sicher helfen. Er ist heute Nachmittag aus den USA gekommen und beim Abendessen habe ich ein bisschen mit ihm plaudern können. Ich habe den Eindruck, dass er gerne zum Team gekommen ist und das nicht als lästige Verpflichtung ansieht. Er ist hochmotiviert und das ist genau die Einstllung, die wir brauchen. Ein Spieler von einem Kaliber kann einem Team wie uns auf jeden Fall weiterhelfen. Jeder Spieler, der ein paar Dutzend NHL-Spiele in den Beinen hat, macht da einen Unterschied.
Persönlich versuche ich die Stimmung in der Kabine gut und positiv zu halten. Ich bin ja da, um den jungen Spielern zu helfen und versuche deshalb auch meine Persönlichkeit in der Kabine einzubringen.
Mein Spielstil beim Team ist sicher etwas anders, als bei den Sabres. Schon nach den ersten Shifts gegen die Schweden war klar, dass sich der Gegner in erster Linie auf mich konzentriert. Ich versuche deshalb mit der Scheibe ins Angriffsdrittel zu fahren, sie an der Bande zu halten und meine Mitspieler in Position zu bringen. Nachdem gleich immer zwei oder drei Gegenspieler bei mir sind, sollten sich da eigentlich Räume für meine Kollegen auftun. Das wird auch von Drittel zu Drittel besser. Allerdings stört mich mein Spezialhelm nach wie vor etwas, vor allem beim Stickhandling. Da verliere ich durch die eingeschränkte Sicht leider zu leicht den Puck.
23. April 2009
Zurück in Europa, zurück beim Nationalteam – das tröstet doch en wenig über die verpassten Playoffs hinweg. Natürlich würde ich jetzt lieber in der ersten Runde gegen die Bruins kämpfen, aber was vorbei ist, ist vorbei. Den vergebenen Chancen braucht man jetzt nicht mehr nachzutrauern.
Meine ganze Konzentration gilt jetzt dem Nationalteam und dem Klassenerhalt. Trotzdem möchte ich warnen: Ich alleine kann das Team nicht retten. Eishockey ist ein Teamsport und da muss alles zusammenpassen. Nicht zuletzt auch die Goalie-Leistung, aber da mache ich mir wenig Sorgen, weil wir zwei starke Torhüter haben.
Apropos: Mit Goalie Bernd Brückler teile ich mir in Bern jetzt auch ein Zimmer. Wir sind ja schon lange gute Freunde und haben uns jede Menge zu erzählen.
Die ersten Eistrainings habe ich auch schon hinter mir. Und schön langsam gewöhne ich mich wieder an die größere Eisfläche. Bis zu unserem ersten Spiel am Samstag gegen die Schweden sollte da alles passen!
13. April 2009
Das war leider gar nichts. 55 oder 60 Spiele lang waren wir immer unter den Top 8, dann sind wir rausgefallen und haben es nicht mehr geschafft, uns wieder nach oben zu kämpfen. Die Enttäuschung ist bei mir riesig groß, weil ich es bis zuletzt nicht glauben konnte, dass wir die Playoffs wieder nicht erreichen.
Der Sieg im letzten Spiel gegen Boston war in erster Linie für unsere Fans, die trotz der vielen Rückschläge die ganze Saison hinter uns gestanden sind. Ich habe jetzt zwar zum zweiten Mal innerhalb von drei Jahren die 40-Tore-Marke erreicht, aber heuer ist mir das egal. Es bedeutet mir wirklich nichts, denn mein Ziel vor Saisonbeginn, war das Erreichen der Playoffs. Mit meinen Toren wollte ich dem Team dazu verhelfen. Leider haben wir das wieder nicht geschafft. Wir waren leider in zu vielen Spielen nur Durchschnitt und das will nun wirklich keiner. Wir müssen die Saison jetzt realistisch beurteilen und dürfen keine Entschuldigungen suchen.
Aus Spielersicht ist es schwierig, Änderungen vorzuschlagen. Wir sind eine junge Truppe, die über einige Jahre zusammengewachsen ist. Am liebsten hätte ich nächstes Jahr alle wieder zurück, um es noch einmal zu versuchen und besser zu machen. Das Management wird da aber sicher eine eigene Entscheidung treffen.
Auf jeden Fall möchte ich mich bei allen Fans bedanken, dass sie die ganze Saison über hinter uns gestanden sind und ich verspreche schon jetzt, dass wir nächstes Jahr alles geben werden, um es besser zu machen.
13. März 2009
Mit dem Sieg gegen die Panthers sind wir jetzt wieder näher an die Playoff-Plätze herangekommen. Was mich auch schon zum eigentlichen Thema heute bringt: In den letzten Tagen ist in Österreich immer öfter die Frage aufgetaucht, ob ich auch heuer wieder dem Nationalteam zur Verfügung stehe.
Ganz ehrlich: Ich habe mir darüber noch keine Gedanken gemacht. Im Moment steht für mich das Erreichen der Playoffs im Mittelpunkt. Ich muss mich jetzt, so wie der Rest des Teams, voll auf die restlichen Spiele konzentrieren.
Aber grundsätzlich gilt: Sollten wir, was ich nicht hoffe und glaube, die Playoffs verpassen, stehe ich dem Nationalteam natürlich zur Verfügung. Vorausgesetzt ich bin gesund und man braucht mich, helfe ich dem Team immer gerne.
Trotzdem möchte ich noch einmal klar machen: Ich beschäftige mich mit diesem Thema derzeit nicht. Ich bin ein Sabres-Spieler und möchte die Playoffs erreichen. Ich bin mir sicher, wenn wir das schaffen, können wir ganz weit kommen!
5. März 2009
Mein Comebackspiel ist besser verlaufen als erwartet. Körperlich hat’s bei mir gestimmt, der Spezialhelm war Spitze und auch das Ergebnis hat gepasst. Die ersten Shifts waren ein bisschen schnell – das Tempo war ich nicht mehr gewohnt. Von der Pressetribüne aus sieht das Spiel viel langsamer aus. Da hab ich auch versucht, die Wechsel relativ kurz zu halten. Im Lauf des Spiels ist das besser geworden und ich hab dann überhaupt keine Probleme mehr gehabt.
Mit meiner Eiszeit bin ich auch zufrieden. 13,5 Minuten für das erste Spiel nach der Verletzung ist schon ok. Ich habe ja auch meine Chancen gehabt, bei einer hat Price leider fantastisch reagiert und den Puck runtergefangen. In Unterzahl hab ich ja auch kurz spielen dürfen, also das wird schon wieder. Ich glaube auch, dass alle recht zufrieden mit mir waren.
Das Ergebnis war für uns unglaublich wichtig. Jetzt müssen wir in den nächsten Spielen aber weiter so konzentriert spielen und auch auswärts einige Spiele gewinnen.
Überrascht war ich auch von dem medialen Aufruhr rund um mein Comeback. Sogar der ORF schickte ein Kamerateam – da fühlt man sich natürlich schon ein wenig geehrt.
Ein paar Worte zur Tradeline: Mit Moore werden wir noch viel Freude haben. Er ist ein kreativer Center und ist auch defensiv stark. Ein bisschen enttäuscht bin ich darüber, dass Ales Kotalik nach Edmonton getraded wurde. Ales war einer meiner besten Freunde im Team und wir haben uns in den letzten 3 Jahren bei den Auswärtstrips immer ein Zimmer geteilt. Ich hoffe, dass uns sein Slapshot im Powerplay und seine Moves im Penaltyschießen nicht abgehen werden. Aber so ist es halt: Man muss einen guten Spieler hergeben, um wieder einen guten Spieler zu bekommen.
2. März 2009
Die letzten Wochen waren hart für mich, weil ich meinem Team nicht helfen konnte. Hilflos von außen zuzusehen wie sich die Mannschaft schwer tut – das ist glaube ich für keinen Spieler einfach. Egal, ob man wegen einer Verletzung in der Pressebox sitzt, oder weil man ein healthy scratch ist. Umso mehr bin ich froh, dass ich am Mittwoch wieder im Line-up stehen sollte.
Andererseits bekommt man von dort oben einen anderen Blick auf das Spiel. Man sieht viel besser, wo es offene Stellen am Eis gibt, überlegt, wie man das beim Comeback nutzen kann.
Im Training haben wir zuletzt vor allem probiert, mehr Schüsse aufs Tor zu bekommen. Uns haben in den letzten Spielen einfach die „ugly goals“ gefehlt, daran müssen wir arbeiten.
Körperlich fühle ich mich gut. Ich bin seit über einer Woche am Eis und sollte keine Probleme mit der Fitness haben. Die Zahnklammern werde ich noch ca. 3 Wochen tragen müssen. Mindestens solange werde ich auch mit einem Vollvisierhelm spielen.
17. Februar 2009
So, hier bin ich wieder! Es ist wohl an der Zeit, euch ein bisschen über meinen gesundheitlichen Zustand upzudaten und zu erzählen wie alles genau abgelaufen ist.
Nach dem Spiel in Ottawa bin ich Sonntag in der Früh zum Röntgen in Buffalo. Da hat man dann gleich gesehen, dass ich operiert werden muss, da es ein komplizierter Bruch an mehreren Stellen war. Das ist dann unter Vollnarkose Sonntag Abend passiert. Ich habe über Nacht im Spital bleiben müssen und bin dann am Montag nachhause zu meiner Familie. Den Rest der Woche habe ich mit Ashley und Blake verbracht, bei den Sabres-Spielen waren wir am Abend in der Halle. Die Schmerzen waren am Anfang natürlich nicht lustig, aber es war zum Aushalten. Das Positivste an der Verletzung war, dass ich mehr Zeit mit meiner Familie verbringen konnte.
Seit dieser Woche bin ich in der Früh wieder in der Halle und fange langsam mit dem Training am Ergometer an. Die Nähte sind schon heraußen – keine Ahnung wie viele das waren, aber auf jeden Fall eine Menge. Nächste Woche werden die Kieferklammern etwas geöffnet, damit ich wieder feste Nahrung zu mir nehmen kann. Dann geht’s für mich auch wieder aufs Eis. Natürlich steige ich nicht gleich ins Mannschaftstraining ein, aber es wird schon mal großartig sein, einfach nur am Eis zu stehen!
Ich hoffe, dass es mit meiner Fitness dann auch gleich hinhaut, aber das wird man abwarten müssen. Ab dem Moment, wo ich wieder aufs Eis kann dauert es auf jeden Fall noch zwei Wochen, bevor ich spielen kann.
Einen Termin fürs Comeback habe ich nicht im Kopf. Die Ärzte haben gesagt, dass ich mindestens 4 Wochen pausieren muss. Es können aber auch 5 oder 6 werden. Schauen wir mal. Fest steht, dass ich beim Comeback ziemlich sicher einen Vollvisier-Helm tragen muss, da die Kieferspangen noch einige Wochen drinnen bleiben – da ist das Risiko sonst einfach zu groß.
Kurz zu dem Flugzeugabsturz: Das war natürlich ein Schock für ganz Buffalo. Vor allem für die Familien, die in der Nähe wohnen – es hätte jeden von uns treffen können. Mein Mit- und Beileid gehört den Familien, die einen geliebten Menschen bei dem Unglück verloren haben.
Und zu guter Letzt: Herzlichen Dank an alle Fans, die mir über das „Gästebuch“ hier Mut zugesprochen haben, oder einfach ein paar nette Zeilen geschrieben haben!
27. Jänner 2009
Das All-Star Wochenende ist vorbei und es war wirklich ein tolles Erlebnis. Einmal gemeinsam mit den ganzen Stars der Liga am Eis stehen – davon habe ich als Kind geträumt, aber nie gedacht, dass das einmal passieren wird.
Es war einfach unglaublich, vor allem die Begeisterung der Fans in Montreal. Selbst der Morning Skate im Bell Center war ausverkauft! Ich habe versucht, dem Rat von Ryan Miller zu folgen. Ryan war ja schon mal bei einem All-Star-Game. Er hat gemeint, dass ich es einfach genießen soll und das habe ich auch getan.
Es war schön, dass meine Frau Ashley mit mir in Montreal war und wir das Wochenende gemeinsam verbringen konnten. Von den Spielern hab ich die meiste Zeit mit Zach Parise verbracht. Wir kennen uns ja noch von diversen Duellen während unserer College-Zeit.
So schön es auch war, jetzt geht es zum Glück wieder mit den „echten“ Spielen weiter. Unser Westcoast-Trip wird vielleicht schon eine kleine Vorentscheidung in Sachen Play-off-Qualifikation bringen. Wenn wir gegen Edmonton, Calgary, Phoenix und Anaheim gut abschneiden könnten wir auf jeden Fall einen großen Schritt Richtung Post-Season machen.
14. Jänner 2009
Jetzt wartet der anstrengendste und vielleicht auch wichtigste Teil des heurigen Spielplans vor uns. Bis zum Ende des Jänners haben wir nur noch ein Heimspiel, alle anderen Spiele sind „on the road“. Der Großteil noch dazu gegen Teams der Western Conference. Das bedeutet weite Reisen, aber auch eine gute Chance, als Team weiter zusammen zu wachsen. Klar, diese Auswärtsreisen sind anstrengend, aber wie gesagt: für das Teambuilding auch unheimlich wichtig. Man kann gar nicht anders, als mehr Zeit miteinander zu verbringen, gemeinsam Essen gehen usw. Außerdem wird man auf diesen langen Auswärtsreisen auch durch nichts vom eigentlichen Ziel abgelenkt: Spiele zu gewinnen. Da spielt es uns auch in die Hand, dass wir auswärts heuer ganz gut spielen. Vor allem unser Powerplay und unser Penalty Killing ist auswärts einen Level besser als daheim. Vielleicht, weil wir auswärts nicht fürs Publikum spielen müssen oder wollen.
Noch kurz zum All-Star-Game: Natürlich ist die Nominierung eine große Ehre. Aber wie gesagt: Viel wichtiger ist mir das Erreichen der Playoffs. Aber: Vielleicht motiviert meine Teilnahme am All-Star-Game ja jetzt noch mehr österreichische Jugendliche, Eishockey zu spielen. Man sieht ja: auch als Österreicher kann man alles erreichen, wenn man nur will und hart an sich arbeitet.

