24.04.2013
Persönlich

Toms Tagebuch

Neuer Eintrag: 24. April 2013 - Thomas sagt dem Nationalteam endgültig für die WM zu und spricht über die verpatzte Sabres-Saison.

24. April 2013
Jetzt ist es fix – ich komme zur WM und spiele für Österreich. Während unseres Pittsburgh-Trips habe ich mir das OK von General Manager Darcy Regier geholt. Ich werde nächsten Donnerstag direkt zum Team nach Helsinki anreisen, dann bleiben noch knapp zwei Tage, um sich einzuspielen.

Ich freue mich jetzt schon sehr auf das Nationalteam. Ich habe mehrere Telefonate mit Teamchef Manny Viveiros geführt und gehört, dass sich einiges geändert haben soll. Am wichtigsten ist für mich, dass Spieler im Team sind, die auch mit ganzem Herzen dabei sind. Wir sind bei der WM großer Außenseiter, da muss sich jeder einfach voll reinhauen. Beim derzeitigen Kader habe ich ein gutes Gefühl.

Oberstes Ziel ist natürlich, nicht abzusteigen. Wir dürfen nicht so großspurig denken und glauben, dass wir mit den großen Nationen wie den USA oder Russland mitspielen können. Da müssen wir hinten gut stehen und unsere Konter nützen. Gegen die kleineren Hockey-Nationen wie Frankreich können dann auch wir das Spiel machen. Der Schlüssel wird unser Tormann sein. Wenn Bernd Starkbaum so gut spielt wie bei der Olympiaquali können wir uns schon etwas ausrechnen.

Zu unserer Saison in Buffalo möchte ich gar nicht mehr viel sagen. Es war enttäuschend. Gegen die ganz starken Teams haben wir gepunktet, aber unsere Bilanz gegen die Southeast Division hat uns letztlich jede Chance auf die Playoffs gekostet. Keine Ahnung, wieso wir da so schlecht gespielt habe. Vielleicht ist es so wie mit dem Nationalteam: Gegen die Top-Teams waren wir sehr diszipliniert in der Defensive und haben unsere Chancen eiskalt genützt. Gegen den Süden wollten wir vielleicht zu oft selbst das Spiel machen und waren dann hinten offen.

Egal, die Saison muss man jetzt abhaken, nachtrauern hilft nicht viel. Über den Sommer kann sich viel tun und im Herbst sehen wir dann ja, wo wir wirklich stehen.

22. April 2013
Schade, dass die Saison für uns schon vorbei ist. Am Ende waren wir einfach nicht gut genug. Jetzt wollen wir die letzten Spiele noch ordentlich zu Ende spielen. Bevor es dann in den Urlaub und die Vorbereitung auf die neue Saison geht, möchte ich aber unbedingt noch für Österreich bei der WM spielen. Mir fehlt zwar noch die Freigabe der Sabres aber darüber habe ich heute noch ein Gespräch mit dem Verein, dann sollte das auch geklärt sein.

Die Ziele mit dem Team sind ganz klar: In erster Linie nicht absteigen – was durch den neuen Modus eine Spur leichter sein könnte – und dann vielleicht die eine oder andere Überraschung liefern.

8. April 2013
Die Saison geht dem Ende zu und ich hoffe, dass ich bald wieder fit bin, vielleicht schon Dienstag für das Spiel in Winnipeg. Es ist nicht einfach, dem Team in dieser schwierigen Situation nur zuschauen zu können. Aber es ist in den letzten zwei Wochen einfach nicht gegangen. Wer mich kennt weiß, dass ich immer die Zähne zusammenbeiße. Dieses Mal hätte es aber nichts gebracht. Man hat ja in der Vergangenheit oft genug gesehen, wie es ist, wenn man nicht annähernd zu hundert Prozent fit ist…

Das betrifft auch mein Engagment beim Nationalteam. Ich möchte hier jetzt feststellen, dass ich gerne bereit bin, heuer bei der WM für Österreich zu spielen. Zugleich muss aber auch klar sein, dass für mich momentan am wichtigsten ist, wieder voll fit zu werden und dann mit den Sabres die Playoffs zu schaffen. Die Chance ist zwar klein, aber sie ist da. Wir wollen alle bis zum Schluss unser Bestes geben und die Postseason doch noch erreichen. Erst wenn es fix ist, dass wir das heuer nicht schaffen, denke ich an die WM.

14. Jänner 2013
Endlich wieder Sabres-Hockey! Den ersten Tag des Trainingscamps haben wir schon absolviert und ich fühle mich sehr gut. Klar, die Verfassung ist nicht die selbe wie nach meinem Monat in Graz, dafür war die Pause jetzt einfach zu lange. Wir haben während des Lockouts in Buffalo zwar gut privat trainiert, aber Spielpraxis oder „echtes“ Mannschaftstraining ist einfach durch nichts zu ersetzen. Immerhin, beim Aufstehen heute Früh hatte ich keine Probleme – die Grundfitness passt also. Es ist auch einfach wieder schön, eine eigen Halle und eigene Kabinen zu haben, wo man seine Sachen verstauen kann.

Zwischen den Spielern und dem Club gibt es kein böses Blut. Dafür kümmern sich die Pegulas einfach viel zu sehr um uns. Deshalb glaube ich auch nicht, dass es da in Zukunft Probleme geben wird.

Es stimmt, dass ich meine, dass der Lockout dumm war, aber zugleich nötig. Ich weiß sehr wohl, dass ich das Geld, das ich in den ersten vier Monaten verloren habe, nie wieder hereinbekommen werde. Aber darum ging es nicht. Die Starspieler werden sowieso immer ihr Geld kassieren, es ging aber um die „Mittelklasse“ und die Viertlinienspieler. Ich hätte egoistisch sein und Anfang Oktober sagen können, wir nehmen das Angebot der Liga an, aber das hätte zu nichts geführt. Am Ende war es ungemein wichtig, dass z.B. die Pensionen im neuen CBA drinnen stehen, auch dass die re-entry-waivers wegfallen ist für die Spieler wichtig. Früher wurden Spieler deswegen oft nicht aus der AHL hochgeholt, weil man Angst hatte, dass sie von einem anderen Club geholt werden. Dem ist jetzt nicht mehr so.

Die Ziele für diese Saison sind die gleichen wie immer, ich möchte den Stanley Cup holen. Aber man muss auch so realistisch sein zu sagen, dass man zuerst einmal die Playoffs schaffen muss. Man hat ja letztes Jahr gesehen, was da alles passieren kann. Die Kings sind als Nr. 8 reingerutscht und haben dann den Pokal geholt. Die kurze Saison wird zu einer echten Kraftprobe. Man darf sich keine Ausrutscher leisten, muss mental immer auf der Höhe sein. Am wichtigsten wird am Ende aber sein, welches Team es schafft gesund zu bleiben. Für die Fans wird es, glaube ich, auf jeden Fall eine unglaubliche Saison. Nur Spiele gegen die eigene Conference, da zählt jeder Punkt, es gibt keine Freipunkte wie sonst, wenn man gegen die Westteams spielt.

Die neuen Spieler passen gut zu uns. Gegen Steve Ott habe ich schon während meiner Zeit in Rochester oft gespielt, bei ihm weiß man genau, was man bekommt. John Scott – es ist sehr wichtig, dass wir so einen Spieler wieder haben. Über Grigorenko kann ich noch nicht viel sagen, wir hatten ja erst ein Training. Was aber sofort auffällt: Er ist riesengroß, aber bewegt sich wie Tyler Ennis. Da hat man schon gesehen, dass er uns in Zukunft auf jeden Fall helfen kann.

Wie es aussieht, werde ich zu Beginn mit Cody Hodgson und Jason Pominville zusammenspielen. Mit Pominville verstehe ich mich sowieso gut und mit Hodgson habe ich zu Ende der letzten Saison auch schon sehr gut zusammengespielt. Er ist Rechtshänder, kann den Puck aber auf beide Seiten gut servieren. Ich bin froh, dass ich wieder mit ihm spiele.

Ich kann es nicht mehr erwarten, dass es endlich richtig los geht. Ich freue mich schon besonders auf die Fans. Letzte Woche waren ja beim Privattraining im Northtown-Center ein paar hundert, um uns zu sehen. Die Fans in Buffalo sind einfach großartig und ich freue mich schon auf die Stimmung im Season Opener gegen Philly. Let’s go Sabres!

5. November 2012
Es ist Zeit geworden, sich zu verabschieden. Ich hatte ein großartiges Monat in Graz und möchte mich an dieser Stelle nochmals bei allen bedanken: Fans, Mitspieler, Betreuer – es war eine Freude, hier 11 Spiele zu absolvieren.

Klar, ich hätte gerne mehr Spiele gewonnen, aber auch die EBEL ist kein Wunschkonzert. Das habe ich schon vor meinem „Dienstantritt“ gesagt. In Österreich wird schnelles, gutes Hockey gespielt. Deshalb war meine Entscheidung, hierher zu kommen, goldrichtig.

Wie es jetzt weitergeht, weiß ich noch nicht. Als Erstes geht’s jetzt mal heim nach Buffalo zu meiner Familie. Ich freue mich schon auf Ashley und die Kinder, sie sind mir schon sehr abgegangen. Ich werde ständig gefragt, ob ich nach der Länderspielpause zurückkomme. Es kann sein, aber sicher nicht gleich zu Beginn. Ich möchte jetzt einmal die Verhandlungen zwischen Liga und Spielergewerkschaft abwarten. Es scheint ja jetzt wieder etwas Bewegung in die Situation gekommen zu sein.

Außerdem wäre es auch unfair von mir, bei einem zweiten Graz-Engagement (und ich würde nirgendwo anders spielen), einem Spieler den Platz wegzunehmen. Am 12. November endet ja die Tryout-Phase in der EBEL und dann können nicht mehr so locker Spieler getauscht werden.

Was mir garantiert nicht abgehen wird, sind die Schiedrichter. Die Leistungen waren teilweise… nein, sagen wir einfach, ich werde sie einfach vergessen.

Also, nochmals vielen Dank für eure Unterstützung. Es war ein einmaliges Erlebnis und ich werde dieses Monat nie vergessen. Jetzt heißt’s Daumen drücken, dass es in der NHL bald wieder los geht!

9. Oktober 2012
Die ersten paar Tage in Österreich habe ich gut „überstanden“. Der Medien- und Fan-Andrang war wirklich enorm, mit so einem Empfang hätte ich nie im Leben gerechnet.

Die ersten beiden Spiele zeigen, dass ich noch Luft nach oben habe. Vor allem die Chancenverwertung lässt zu wünschen übrig, aber für die ersten echten Spiele nach 6 Monaten Pause war es auch nicht so schlecht. Aber natürlich ärgere ich mich vor allem über die Partie gegen Innsbruck, wo ich gleich eine Handvoll guter Chancen hatte. Auf der anderen Seite muss ich aber Goalie Patrick Machreich loben, der einen unglaublichen Tag hatte. Viele Journalisten wollen auch wissen, ob ich mir wegen der drei vergebenen Penalties Sorgen mache. Was soll ich sagen? Es gibt gute und schlechte Tage und ein Penalty im Eishockey ist kein Elfmeter im Fußball.

Für mich war jetzt einmal wichtig, den Jetlag aus den Beinen und ein paar gute Trainings mit den 99ers zu bekommen. Da ist es gut, dass wir erst am Freitag wieder ein Spiel haben. Bis dorthin wird auch das Zusammenspiel mit Wren und Latendresse noch besser werden.

Heute freue ich mich jedenfalls schon auf die Autogrammstunde mit meinen Teamkollegen. Ich hoffe, dass viele Fans kommen werden.

4. Oktober 2012
Zum ersten Mal seit langer Zeit melde ich mich heute wieder einmal aus Österreich! Was für ein Tag das war… Ich bin in der Früh angekommen und dann quasi gleich aufs Eis gegangen. Die erste Trainingseinheit mit meinem neuen Team war echt ok. Das große Eis ist halt wie immer gewöhnungsbedürftig. Das Training selbst war nicht so anders, als in Buffalo – ein bisschen Pass- und Schussübungen, Powerplay usw.

Es war schon witzig, als ich am Vormittag das erste Mal seit 14 Jahren wieder in die Liebenauer Eishalle gekommen bin. Es hat sich nämlich gar nichts verändert…

Wie erwartet, war der erste Tag ziemlich stressig. Vom Training bin ich nur kurz heim zu meinen Eltern, um einen Happen zu essen und mich umzuziehen, dann ging’s schon wieder weiter zur Pressekonferenz. Ich habe zwar gewusst, dass in den letzten Tagen ein ziemlicher Hype in Österreich war, dieses riesige Medieninteresse hat mich dann aber doch etwas überrascht. Ich steh ja auch nicht auf so einen Rummel, aber was sein muss, muss sein. Hauptsache, es hilft dem österreichischen Eishockey.

Viel mehr gibt’s von heute nicht zu erzählen. Nach der PK bin ich sofort wieder heim gefahren und jetzt will ich eigentlich nur noch so schnell wie möglich ins Bett. Deshalb: Gute Nacht!

PS: Auf das Spiel morgen freue ich mich natürlich schon irrsinnig. Das letzte liegt ja schon fast 6 Monate zurück.

 

24. September 2012
Hallo! Ich bin nach wie vor in Buffalo und trainiere für die neue Saison (wann immer die auch beginnen wird). Nach den Medienberichten von heute in einigen österreichischen Zeitungen möchte ich allerdings etwas richtig stellen: Es stimmt, dass ich mit Philipp Pinter gesprochen habe, da er ein guter Freund von mir ist. Allerdings ist es nicht richtig, dass ich gesagt hätte, ich würde nach Wien wechseln. Wien ist eine Möglichkeit, genauso wie Graz oder auch ein anderer Club in Österreich.

Ich fürchte, Philipp war da etwas zu voreilig. Ich habe mich ehrlich noch nicht entschieden und es wäre nicht richtig, jetzt einigen Fans Hoffnungen zu machen, die am Ende nur enttäuscht werden. Das war’s für diesmal auch schon wieder. Hoffen wir, dass dieser Lockout möglichst schnell zu Ende geht.

 

14. September 2012
Gestern bin ich aus New York zurückgekommen. Das Meeting mit rund 300 anderen NHL-Spielern war beeindruckend. Normalerweise kämpfen wir gegeneinander, diesmal waren wir alle vereint. Schade, dass die NHL unseren Vorschlag nicht ernst nehmen will, ich bin überzeugt davon, dass wir damit in Zukunft alle sehr gut fahren könnten.

Heute habe ich meine letzten Sachen aus dem FN Center geholt, bevor wir Samstag ausgesperrt werden. Es ist echt frustrierend. Vor sieben Jahren haben die Besitzer schon alles bekommen und jetzt wollen sie noch mehr. Wir haben ja sogar vorgeschlagen, die Saison mit dem alten CBA zu starten und während der Saison weiter zu verhandeln, aber die Besitzer können plötzlich nicht mehr mit „ihrem“ CBA leben.

Mit Don Fehr sind wir extrem zufrieden, er ist sehr offen und ehrlich, wir werden in alle Entscheidungen einbezogen. Täglich gibt es e-mails mit den neuesten Entwicklungen und bei allen Verhandlungen sind Spieler dabei. Das ist alles gar nicht so einfach, wir sind ja rund 750 Spieler in der NHLPA.

Aber: Bis die Camps öffnen sollen, ist ja noch etwas Zeit und die Hoffnung haben wir noch nicht aufgegeben. Ein bisschen komisch wird es schon, wenn Terry Pegula plötzlich nicht mehr mit uns reden darf. Erst am Montag hatten wir unser Charity-Golf-Turnier und da war alles ganz normal, keine Rede von bösem Blut. Terry ist der beste Besitzer, den man sich vorstellen kann, vielleicht kann er ja auf Seiten der NHL etwas bewegen. Er will sicher auch, dass bald wieder gespielt wird. In der Zwischenzeit sind wir um die 15 Sabres-Spieler die sich gemeinsam fit halten, dazu noch ein paar AHL-Spieler, im Moment geht das noch.

Wenn sich der Lockout hinzieht, werden aber sicher etliche Spieler nach Europa gehen. Dann wird es natürlich auch mit einem ordentlichen Training hier immer schwieriger. Wenn sich bis Ende September nichts getan hat, muss ich mir auch überlegen, ob ich nicht nach Europa komme. Österreich ist da für mich sicher ein Thema. Das größte Problem da wäre sicher nicht das Gehalt, sondern die Versicherung. Das ist etwas, worüber nicht oft gesprochen wird, aber bei Abstellungen – auch für das Nationalteam – immer am meisten Sorgen macht. Zu welchem Club? Keine Ahnung, lassen wir uns überraschen.

9. April 2012
Gleich vorweg: Ich werde nicht zur B-WM kommen. Es hat einfach keinen Sinn. Ich habe zu viele kleine Verletzungen und könnte dem Team in meinem jetzigen Zustand nicht helfen: Die Brust schmerzt seit Jänner, mein Knöchel ist verstaucht und die Schulter ist auch nicht super. Zum Glück muss nichts operiert werden, aber ich brauche jetzt einfach ein paar Wochen weg vom Eis, damit das alles ausheilen kann. Mit Teamchef Manny Viveiros hatte ich ein langes und sehr gutes Gespräch, er versteht mich, war ja selbst lange genug Spieler. Ich muss überhaupt sagen: So eine gute Kommunikation wie mit Manny hatte ich zuvor noch mit keinem Teamchef! Ich habe das bei der WM in der Schweiz vor ein paar Jahren gesehen. Da bin ich trotz Kieferbruchs gekommen und konnte dem Team nicht wirklich helfen. Ich möchte keinen Kaderplatz verstellen.

Der heutige Locker-Cleanout-Day war wie jedes Jahr ruhig, schwer und hat verständlicherweise keinen Spaß gemacht. Die nächsten Tage werde ich auf jeden Fall noch in Buffalo verbringen, wann es wieder zurück nach Minnesota geht weiß ich noch nicht, aber das ist mir im Moment auch egal. Ich möchte jetzt nur so viel Zeit wie möglich mit meiner Familie verbringen, die letzten 6 Wochen waren wir ja doch sehr viel unterwegs. Dann gibt’s noch ein paar Meetings mit Teamkollegen usw.

Ein kurzer Rückblick auf die Saison? Wir hatten zu viele Up and Downs. Der Start war gut, dann ging’s im Dezember und Jänner bergab. Die Serie von 12 Auswärtsniederlagen in Folge hat uns letztlich das Genick gebrochen. Das Ganze bekommt dann eine Eigendynamik: Man verliert drei, vier Spiele und dann spielt jeder noch vorsichtiger, um ja keinen entscheidenden Fehler zu machen. Und so geht’s weiter. Dazu kamen noch die vielen Verletzungen. Als wir dann endlich alle gesund waren ging’s wieder bergauf. Die letzten beiden Monate waren wir eines der besten Teams der ganzen Liga. Umso enttäuschender ist es, dass es mit den Playoffs dann doch nicht geklappt hat.

30. März 2012
Sorry, dass ich solange nichts von mir hören ließ, aber in den letzten Wochen war die ganze Konzentration am Erreichen der Playoffs. Ein toller Run, den wir zuletzt hingelegt haben, aber noch haben wir nichts erreicht, die letzten 5 Spiele müssen wir auch noch Vollgas geben, dann haben wir wirklich ein tolles Comeback geschafft.

Worum es mir heute aber wirklich geht: das Nationalteam und die anstehende B-WM. Ich hatte zuletzt einige gute Gespräche mit Teamchef Manny Viveiros und habe ein gutes Gefühl, was das Team angeht. Und ja, ich habe gesagt, dass ich bereit bin, heuer dem Team zu helfen. ABER: das Ganze hängt von einigen Faktoren ab. Ich komme zum Team, wenn wir...

-          - ...die Play-offs nicht erreichen. Aber ich glaube ganz fest daran, dass wir in die Play-offs kommen.

-          - ...ich halbwegs gesund bin, nahe an 100 Prozent. Ansonsten macht es keinen Sinn, verstelle ich einem anderen Spieler nur den Platz

-          - ...die Sabres ihr Ok geben. Ganz ehrlich: Ich habe mit dem Club bisher über dieses Thema noch gar nicht gesprochen. Derzeit konzentrieren sich alle auf das Erreichen der Play-offs, da interessiert es niemanden, ob ich eine Freigabe fürs Team bekommen soll oder nicht.

So, das war’s für heute. Drückt uns die Daumen, dass wir die letzten 5 Partien auch noch gut absolvieren. Das ganze Team ist jedenfalls schon heiß auf die Play-offs.

9. Februar 2012
Das war ein cooles Spiel gegen Boston. Wir sind jetzt endlich wieder am richtigen Weg, die Puzzleteile passen langsam zusammen: wir bekommen das so wichtige secondary scoring, Ryan hält unglaublich und wir halten auch körperlich dagegen. Die Saison ist noch lange nicht vorbei. Wir glauben noch an die Playoff-Chance. Letztes Jahr haben wir es geschafft, wieso nicht auch heuer? Wir haben jetzt noch einige Heimspiele und da haben wir uns seit Dezember auch ordentlich gesteigert. Unser Auswärtsspiel haben wir zuletzt auch wieder gefunden, es schaut also nicht mehr so düster aus, wie noch vor ein paar Wochen.

Über meinen Gesundheitszustand kann ich nicht zuviel sagen, sorry, aber so ist das in der NHL. Es geht mir aber von Tag zu Tag besser und inzwischen trainiere ich auch schon wieder mit dem Team. Das Comeback sollte also unmittelbar bevorstehen. Normalerweise spiele ich ja immer, auch wenn ich angeschlagen bin. Aber diesmal waren die Schmerzen einfach zu groß. In Montreal wurde ich von zwei Seiten gleichzeitig gecheckt. Ich hätte den Spielzug abbrechen können, um meinen Körper zu schonen, aber so gewinnt man keine Spiele. Verletzungen gehören bei uns einfach dazu. Also Zähne zusammenbeißen und durch. Die Schmerzen waren danach aber zu groß und ich sah keine Möglichkeit mehr, meinem Team zu helfen. Wenn man mehr im Weg steht, als hilft, sollte man einfach pausieren.

Jetzt freue ich mich aber schon extrem wieder  zu spielen. Während einer Verletzung zu trainieren, ist härter als normales Training – aber natürlich auch langweiliger. Als Spieler will man immer etwas mit dem Puck machen und nicht nur alleine seine Runden am Eis drehen oder am Ergometer sitzen. Und jetzt heißt’s weiter Daumen drücken und wir werden ja sehen, ob da in den nächsten Monaten nicht noch was geht…

30. November 2011
Wir kommen daheim einfach nicht in die Gänge. Das ist aber kein Problem, das wir nur heuer haben, die letzte Saison war das in der ersten Hälfte ja auch schon so. Gegen die Islanders haben wir einfach unsere Chancen nicht genutzt, so etwas ist tödlich.

So eine Verletzungsserie wie bei uns im Moment habe ich auch noch nie erlebt. Ja, Spieler verletzen sich im Lauf einer Saison, aber so viele auf einmal? Unfassbar! Aber das ist jetzt eben die große Chance für unsere Rookies. Wir müssen weiter so auftreten wie gegen Washington, dann kommen auch wieder Siege. Verletzungen dürfen da keine Ausrede sein.

Wieso es bei uns derzeit so auf und ab geht? Keine Ahnung, aber die Liga ist sehr ausgeglichen und es hat immer eine andere Mannschaft gerade einen Lauf. Die einzige Ausnahme ist Boston. Die sind einfach bärenstark. Wir müssen zu unserem einfachen Spiel zurückfinden, das uns bei Auswärtsspielen schon so viele Siege beschert hat. Wir haben jetzt noch jede Menge Heimspiele im Dezember und da müssen wir eine gute Serie hinlegen – ohne wenn und aber.

Das gilt auch für mich. Ich habe in den letzten Spielen zwar immer wieder gepunktet, aber nicht mehr so viele Tore gemacht wie am Beginn. Pominville und ich fühlen da keinen Druck, dass wir das Team rausreißen müssen. Klar, die anderen Teams konzentrieren sich natürlich auf uns, aber das sind wir inzwischen ja gewöhnt. Zuletzt war auch viel Pech dabei, aber da muss man durch. Jason und ich verstehen uns gut, die Chemie passt und bald kommen auch wieder die Tore.